Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge darauf hinwirken, dass die geplante Reform der Fahrschulausbildung in ihrer derzeitigen Form nicht umgesetzt wird, soweit sie die Ausbildungsqualität senkt, professionelle Fahrlehrkräfte schwächt, sicherheitsrelevante Ausbildungsbestandteile reduziert und die Verkehrssicherheit gefährdet. Ziel muss eine bezahlbare, moderne und zugleich qualitativ hochwertige Fahrausbildung bleiben.
Begründung
Die geplante Reform der Fahrschulausbildung wird von vielen Fahrlehrkräften, Anwärtern, Fahrschülern und weiteren Betroffenen mit großer Sorge betrachtet. Sie enthält einzelne Punkte, über die man sachlich diskutieren kann, etwa eine sinnvolle Entbürokratisierung. In ihrer derzeit bekannten Form droht sie jedoch an entscheidenden Stellen nicht zu verbessern, sondern bewährte Standards der Fahrausbildung abzusenken.
Besonders kritisch ist die geplante stärkere Einbindung privater Begleitpersonen in die praktische Ausbildung. Fahrlehrkräfte absolvieren eine umfangreiche fachliche, pädagogische und didaktische Ausbildung. Sie tragen Verantwortung dafür, Fahrschüler sicher, strukturiert und angepasst an deren individuelle Stärken und Schwächen auszubilden. Diese Verantwortung kann nicht durch ein Kurzseminar für Laien ersetzt werden. Hinzu kommt, dass privaten Begleitpersonen in kritischen Verkehrssituationen weder die pädagogische Distanz noch die technische Eingriffsmöglichkeit, etwa durch Doppelpedalerie, zur Verfügung steht. Dies birgt erhebliche Risiken für Fahrschüler und andere Verkehrsteilnehmer.
Ebenso problematisch ist die diskutierte Reduzierung von Sonderfahrten. Gerade Fahrten bei Dunkelheit, auf Landstraßen und Autobahnen gehören zu den anspruchsvollsten und sicherheitsrelevantesten Bestandteilen der Ausbildung. Wer diese Bereiche abschwächt, spart an genau den Stellen, an denen Fahrschüler unter realen und herausfordernden Bedingungen lernen müssen, verantwortungsvoll und sicher zu handeln.
Auch eine Schwächung des Präsenzunterrichts im theoretischen Bereich ist kritisch zu sehen. Gute Fahrausbildung besteht nicht nur aus dem Vermitteln von Regeln, sondern auch aus Austausch, Rückfragen, gemeinsamer Einordnung und pädagogischer Begleitung. Gerade bei komplexen Gefahrensituationen ist der unmittelbare Dialog ein wichtiger Bestandteil des Lernerfolgs.
Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die Reform vor allem auf eine vermeintliche Verbilligung des Führerscheins abzielt, ohne die tatsächlichen Ursachen steigender Kosten ausreichend zu berücksichtigen. Hohe Energiepreise, steigende Versicherungs- und Wartungskosten sowie allgemeine wirtschaftliche Belastungen treffen Fahrschulen wie viele andere mittelständische Betriebe. Eine Senkung der Ausbildungskosten darf nicht durch Qualitätsabbau erkauft werden.
Ziel muss vielmehr eine moderne, bezahlbare und zugleich qualitativ hochwertige Fahrausbildung sein, die der Verantwortung im Straßenverkehr gerecht wird. Reformen dürfen nicht zulasten der Verkehrssicherheit, der pädagogischen Qualität und der professionellen Fahrlehrerschaft gehen. Deshalb sollte die geplante Reform in ihrer derzeitigen Form nicht umgesetzt, sondern unter Einbeziehung von Fahrlehrkräften, Pädagogen und Verkehrssicherheitsexperten grundlegend überarbeitet werden.