Text der Petition
Mit der Petition wird eine gesellschaftliche und politische Prüfung neuer Modelle zur Stärkung von Langzeitmietern gefordert.
Begründung
Sehr geehrte Damen und Herren,
Millionen Menschen in Deutschland leben jahrzehntelang zuverlässig zur Miete. Sie arbeiten, zahlen regelmäßig Miete und Nebenkosten, pflegen ihre Wohnungen und bauen dort ihr gesamtes Leben auf.
Trotzdem bleibt für viele Menschen jede realistische Perspektive auf Eigentum oder echte wohnliche Teilhabe unerreichbar.
Wohnen ist jedoch mehr als ein gewöhnlicher Marktvertrag. Ein Zuhause bedeutet Sicherheit, Verwurzelung, Verantwortung, Erinnerung und sozialen Halt.
Wer über Jahrzehnte Verantwortung für einen Wohnraum übernimmt, ihn erhält, finanziert und dort seinen Lebensmittelpunkt aufbaut, sollte nicht vollkommen perspektivlos bleiben.
Deshalb fordern wir eine gesellschaftliche und politische Prüfung neuer Modelle zur Stärkung von Langzeitmietern.
Wir fordern insbesondere:
1. Bevorzugtes Kaufrecht für Langzeitmieter
Langzeitmieter sollen beim Verkauf ihrer Wohnung bevorzugt berücksichtigt werden, beispielsweise ab einer Mietdauer von 20 Jahren.
2. Teilweise Anrechnung langjähriger Mietzahlungen
Ein angemessener Teil langjähriger Nettokaltmietzahlungen soll bei einem späteren Erwerb teilweise angerechnet werden können.
3. Förderung fairer Mietkaufmodelle
Der Staat soll Modelle unterstützen, die langfristigen Mietern realistische Wege zu Eigentum oder Beteiligung ermöglichen.
4. Stärkeren Schutz langjähriger Mieter
Menschen, die über Jahrzehnte in ihrer Wohnung leben, sollen besser vor Verdrängung geschützt werden.
5. Steuerliche Anreize für kooperative Vermieter
Vermieter und Wohnungsunternehmen, die faire Perspektivmodelle für Langzeitmieter anbieten, sollen steuerlich gefördert werden.
Begründung
Das Ziel dieser Petition ist keine entschädigungslose Enteignung und keine Abschaffung des Eigentumsrechts.
Vielmehr geht es um ein gerechteres Gleichgewicht zwischen:
Eigentumsschutz
und
der Lebensrealität langjähriger Mieter.
Viele Menschen zahlen über Jahrzehnte erhebliche Summen für Wohnen, ohne jemals eine realistische Chance auf Eigentum oder dauerhafte Teilhabe zu erhalten.
Dies führt zunehmend zu sozialer Frustration und dem Gefühl dauerhafter Perspektivlosigkeit.
Ein gerechter und sozial stabiler Staat sollte deshalb neue Wege prüfen, um langjährige Verantwortung und Verwurzelung stärker anzuerkennen.
Schlusswort
Eigentumsschutz und Menschlichkeit müssen sich nicht ausschließen.
Wohnen darf nicht ausschließlich als Anlageobjekt betrachtet werden, sondern muss auch den Menschen dienen, die dort ihr Leben verbringen.
Wer jahrzehntelang Verantwortung für ein Zuhause übernimmt, sollte zumindest eine faire Perspektive erhalten.