Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, Alkohol und Tabak ausschließlich in spezialisierten, staatlich regulierten Fachgeschäften ohne Werbung und ohne sichtbare Produktpräsentation nicht mehr im allgemeinen Einzelhandel, sondern ausschließlich in spezialisierten, staatlich regulierten Fachgeschäften ohne Werbung und ohne sichtbare Produktpräsentation zu verkaufen.
Begründung
Alkohol und Tabak gehören zu den gesundheitlich riskantesten legalen Konsumgütern in Deutschland. Beide Produkte verursachen erhebliche Belastungen für das Gesundheitssystem, die Sozialversicherung und die öffentliche Infrastruktur. Gleichzeitig sind sie im allgemeinen Einzelhandel frei sichtbar, leicht zugänglich und oft in unmittelbarer Nähe zu Grundnahrungsmitteln platziert. Diese Vermischung von Alltagskonsum und Suchtmitteln führt zu Impulskäufen, erschwert Prävention und macht es Kindern und Jugendlichen schwer, sich dem Einfluss zu entziehen. Die derzeitige Verkaufsstruktur begünstigt damit ein Konsumverhalten, das langfristig hohe gesellschaftliche Folgekosten erzeugt.
Internationale Erfahrungen zeigen, dass eine räumliche und organisatorische Trennung von Suchtmitteln und allgemeinem Einzelhandel wirksam ist. Länder, die Alkohol und Tabak ausschließlich in spezialisierten, streng regulierten Fachgeschäften verkaufen, verzeichnen geringere Jugenderreichbarkeit, weniger spontane Käufe und niedrigere Konsumraten bei gefährdeten Gruppen. Diese Modelle reduzieren nicht den Zugang für Erwachsene, sondern schaffen klare Schutzmechanismen für Minderjährige und Menschen mit Suchterkrankungen. Gleichzeitig verhindern sie, dass wirtschaftliche Interessen durch Werbung oder Produktplatzierung den Konsum fördern.
Die Einführung spezialisierter Verkaufsstellen würde ermöglichen, Alkohol und Tabak kontrolliert, ohne Werbeflächen, ohne sichtbare Präsentation und ohne Verkaufsdruck anzubieten. Solche Stores könnten verpflichtend geschultes Personal einsetzen, Alterskontrollen konsequent durchführen und auf riskante Kaufmuster reagieren. Zudem würde die Entfernung aus Supermärkten und Tankstellen die Zahl der Impulskäufe deutlich reduzieren, die einen wesentlichen Anteil am problematischen Konsum ausmachen. Die Maßnahme richtet sich nicht gegen Konsumentinnen und Konsumenten, sondern gegen strukturelle Bedingungen, die riskanten Konsum begünstigen.
Ein reguliertes Fachgeschäftsmodell stärkt den Gesundheits- und Jugendschutz, entlastet langfristig das Gesundheitssystem und schafft klare, transparente Rahmenbedingungen für den Verkauf legaler, aber gesundheitlich riskanter Produkte. Die Petition zielt daher darauf ab, dass der Bundestag prüft, wie Alkohol und Tabak aus dem allgemeinen Einzelhandel herausgelöst und ausschließlich in spezialisierten, werbefreien Stores verkauft werden können, um Prävention, Schutz und gesellschaftliche Verantwortung zu stärken.