Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, die Einfuhr, den Besitz, den Erwerb, die Vermittlung, Bewerbung und Finanzierung von Jagdtrophäen geschützter und bedrohter Tierarten in Deutschland zu verbieten. Das Verbot muss auch Umgehungen über Dritte, Strohleute, Firmenkonstruktionen, ausländische Lagerung oder wirtschaftlich Berechtigte erfassen und auf EU-Ebene verfolgt werden.
Begründung
Die Trophäenjagd auf geschützte oder bedrohte Tiere ist ein moralisch verwerfliches Luxusvergnügen einer kleinen zahlungskräftigen Minderheit. Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen aus Deutschland ins Ausland reisen, um Löwen, Elefanten, Nashörner, Leoparden, Giraffen, Eisbären oder andere Wildtiere aus Prestige, Geltungssucht oder persönlicher Eitelkeit zu töten oder töten zu lassen.
Besonders aufmerksam geworden bin ich erneut durch den aktuellen Todesfall einer 26-jährigen Deutschen auf dem Gelände von Leeuwfontein Safaris in Südafrika. Nach Medienberichten handelt es sich um ein privates Jagd- und Wildreservat, auf dem auch Trophäenjagd angeboten wird. Die Todesumstände sind öffentlich nicht abschließend geklärt. Der Fall zeigt aber, wie abgeschottet, finanzstark und intransparent diese internationale Jagd- und Trophäenwelt wirkt.
Unabhängig von diesem Einzelfall bleibt der politische Kern eindeutig: Deutschland darf nicht länger zulassen, dass zahlungskräftige Trophäentouristen geschützte Tiere im Ausland töten lassen, Jagdreisen buchen, bewerben oder finanzieren und tote Körperteile anschließend als Statussymbol besitzen oder nach Deutschland verbringen.
Ein bloßes Genehmigungssystem ist zu schwach. Wer geschützte oder bedrohte Tiere aus Luxusgründen töten lässt, darf sich nicht hinter ausländischen Jagdlizenzen, Verwaltungsverfahren oder angeblichen Artenschutzargumenten verstecken. Der Körper eines getöteten Tieres darf kein Prestigeobjekt, keine Wanddekoration und kein Beweis vermeintlicher Stärke sein.
Deutschland muss hier eine klare Grenze ziehen: keine Einfuhr, kein Besitz, kein Erwerb, keine Vermittlung, keine Werbung und keine Finanzierung solcher Jagdtrophäen. Umgehungen über Dritte, Strohleute, ausländische Lagerung, Firmenkonstruktionen oder wirtschaftlich Berechtigte müssen ausdrücklich erfasst werden.
Der Schutz bedrohter Arten und der Respekt vor wildlebenden Tieren müssen Vorrang haben vor dem Freizeitvergnügen reicher Menschen. Der Bundestag sollte daher die gesetzlichen Grundlagen ändern und sich zusätzlich für ein EU-weites Verbot einsetzen.