Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, dass an allen öffentlich zugänglichen Elektroladesäulen vor Beginn des Ladevorgangs der konkret geltende Preis verpflichtend auf der Anzeige der Ladesäule dargestellt wird.
Begründung
Beim Laden von Elektrofahrzeugen an öffentlichen Ladesäulen ist häufig nicht klar erkennbar, welcher Preis für den konkreten Ladevorgang gilt. Besonders beim Laden mit Ladekarten, Flottenkarten oder Roaming können die Preise je nach Säulenbetreiber, Kartenanbieter, Ladeleistung, Standort und Zusatzgebühren abweichen.
Es ist nicht zumutbar, erst nach dem Ladevorgang oder mit der späteren Abrechnung zu erfahren, was das Laden gekostet hat. Bei alltäglichen Verbrauchsgeschäften ist eine klare Preisangabe vor Vertragsschluss selbstverständlich. Im Supermarkt steht der Preis am Produkt, an der Tankstelle wird der Kraftstoffpreis vor dem Tanken sichtbar angezeigt. Beim öffentlichen Laden von Elektrofahrzeugen sollte derselbe Grundsatz gelten.
Ein bloßer Hinweis auf Tarifbedingungen, Apps, Webseiten, QR-Codes oder "ab"-Preise schafft keine ausreichende Klarheit. Wer vor einer Ladesäule steht, muss unmittelbar erkennen können, ob der Ladevorgang beispielsweise 39 Cent, 59 Cent, 89 Cent oder mehr pro kWh kostet und ob zusätzlich Startgebühren, Zeitentgelte, Blockiergebühren, Roamingaufschläge oder sonstige Kosten anfallen.
Hinzu kommt der Aspekt des diskriminierungsfreien Zugangs. Die derzeitige Praxis setzt häufig voraus, dass man ein Smartphone besitzt, eine App installiert, mobile Daten nutzt, einen QR-Code scannt oder sich auf Webseiten durch Tarifinformationen klickt. Das ist nicht für alle Menschen gleichermaßen möglich oder zumutbar. Ältere Menschen, Menschen ohne Smartphone, Personen mit eingeschränkter digitaler Kompetenz, leerem Handy-Akku, fehlendem Netzempfang oder Datenschutzbedenken werden dadurch benachteiligt.
Öffentliche Ladeinfrastruktur ist Teil der allgemeinen Mobilitätsversorgung. Sie sollte deshalb transparent, barrierearm und ohne besondere technische Zusatzgeräte nutzbar sein. Der Zugang zu einem öffentlichen Ladepunkt darf nicht davon abhängen, ob ein Smartphone vorhanden ist oder eine App funktioniert. Die entscheidende Information, welcher Preis gilt, muss direkt an der Ladesäule verfügbar sein.
Eine verpflichtende Preisanzeige auf der Ladesäule würde den Verbraucherschutz stärken, Überraschungskosten vermeiden und den Wettbewerb verbessern. Preise wären unmittelbar vergleichbar, Anbieter mit fairen Konditionen leichter erkennbar. Gleichzeitig würde das Vertrauen in die Elektromobilität gestärkt, weil öffentliches Laden berechenbarer wird.
Die technische Umsetzung erscheint zumutbar. Öffentliche Ladesäulen verfügen regelmäßig über digitale Kommunikations- und Abrechnungssysteme. Wenn eine Ladekarte, App oder ein anderes Zahlungsmittel genutzt wird, sollte die Säule vor dem Start den für diese Zahlungs- oder Authentifizierungsmethode geltenden Preis abrufen und anzeigen. Erst nach ausdrücklicher Bestätigung sollte der Ladevorgang beginnen.
Ziel ist: Kein öffentlicher Ladevorgang ohne vorherige Anzeige des konkret geltenden Preises auf der Ladesäule und kein Zwang zur Smartphone-Nutzung, nur um den Preis zu erfahren.