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Petition 205016

Allgemeine Kulturpflege

Errichtung eines Denkmals zum Gedenken an den Völkermord an den Jesiden vom 19.07.2026

Text der Petition

Mit der Petition wird die Errichtung eines öffentlichen Denkmals in Deutschland zum Gedenken an den Völkermord an den Jesiden vom 3. August 2014 gefordert. Das Mahnmal soll den Opfern Würde verleihen, Überlebende sichtbar machen und ein zentraler Ort für jährliche Gedenkveranstaltungen sein. Als dauerhafter Lernort fördert es die Aufklärung aller Bürger und stärkt das Bewusstsein gegen Rassismus und religiöse Verfolgung. Wo Erinnerung einen Ort hat, findet das Vergessen keinen Raum.

Begründung

Am 3. August 2014 begann die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) einen systematischen Völkermord an der jesidischen Gemeinschaft in der nordirakischen Region Shingal. Tausende Männer wurden ermordet, Frauen und Kinder verschleppt, vergewaltigt und versklavt, ganze Familien auseinandergerissen – in einem gezielten Versuch, eine jahrtausendealte Religions- und Volksgemeinschaft auszulöschen. Dieser brutale Angriff wurde von den Vereinten Nationen und im Januar 2023 auch vom Deutschen Bundestag offiziell und einstimmig als Genozid anerkannt. Aus dieser historischen Anerkennung erwächst für die Bundesrepublik Deutschland eine bleibende moralische und gesellschaftliche Verantwortung. In Deutschland lebt heute die weltweit größte jesidische Diasporagemeinde. Ein öffentliches Denkmal ist ein notwendiger und tief symbolischer Schritt, um den Opfern dieses Völkermords ihre Würde zurückzugeben und das Schicksal der Überlebenden im kollektiven Gedächtnis sichtbar zu machen. Das vorgeschlagene Denkmal soll folgende Kernfunktionen erfüllen: Zentraler Gedenkort: Es schafft einen festen, würdigen Raum für die jesidische Gemeinschaft zur Bewältigung von Trauer und bietet den offiziellen Rahmen für jährliche Gedenkveranstaltungen am 3. August. Öffentlicher Lernort: Als Brücke zwischen Kulturen und Generationen ermöglicht das Mahnmal Schulen, lokalen Initiativen und der breiten Bevölkerung eine fundierte Aufklärung über die Geschichte der Jesiden. Prävention und Menschenrechte: Ein sichtbares Zeichen im öffentlichen Raum stärkt nachhaltig das Bewusstsein gegen Rassismus, religiöse Verfolgung und Völkermord. Es mahnt uns täglich, die universellen Menschenrechte aktiv zu verteidigen. Das Konzept verzichtet bewusst auf direkte Gewaltdarstellungen und setzt stattdessen auf eine würdige, symbolische Form der Erinnerung. Um dieses wichtige Vorhaben zu realisieren, wird der Bundestag um die Unterstützung bei der Standortauswahl, fachliche Beratung sowie eine Co-Finanzierung gebeten, die durch zivilgesellschaftliche Spendenkampagnen ergänzt wird. Wo Erinnerung einen lebendigen Ort in unserer Gesellschaft hat, findet das Vergessen keinen Raum. Die Errichtung dieses Denkmals ist ein unmissverständliches Zeichen der Menschlichkeit, der Solidarität und des Versprechens, niemals wegzusehen.

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