Text der Petition
Mit der Petition wird gefordert, gemeinsam mit den Ländern die gesetzlichen Voraussetzungen für eine bundesweit einheitliche, anonymisierte Statistik über Wohnungsbewerbungen und Wohnungsvergaben zu schaffen. Die Statistik soll Bewerber- und Vergabestrukturen nach objektiven Merkmalen auswerten und dadurch Transparenz über die tatsächliche Wohnungsvergabe in Deutschland schaffen.
Begründung
Der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum gehört zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Gleichzeitig wird in der öffentlichen Diskussion häufig die Frage aufgeworfen, ob bestimmte Personengruppen bei der Vergabe von Wohnraum häufiger oder seltener berücksichtigt werden als andere. Hierzu existiert bislang keine bundesweit einheitliche und belastbare Datengrundlage.
Ziel dieser Petition ist ausdrücklich nicht die Benachteiligung oder Bevorzugung einzelner Bevölkerungsgruppen. Vielmehr soll eine objektive, anonymisierte und wissenschaftlich auswertbare Datengrundlage geschaffen werden, die Transparenz über die tatsächliche Wohnungsvergabe ermöglicht.
Die Statistik sollte insbesondere anonymisierte Daten über Bewerbungen und tatsächliche Vergaben enthalten und folgende Merkmale ausweisen:
• Wohnungsart (freifinanziert oder öffentlich gefördert),
• Art der Vergabe (freie Vermietung, kommunale Vermittlung, Belegungsrechte oder sonstige Vergabe),
• Haushaltsgröße und Haushaltsform,
• Einkommensgruppen,
• Bezug staatlicher Transferleistungen,
• Wohnberechtigungsschein (WBS),
• Dringlichkeitsstatus,
• Staatsangehörigkeit (Deutschland, EU-Mitgliedstaaten sowie Drittstaaten nach Staatsangehörigkeit),
• Aufenthaltsstatus (z. B. Arbeitsmigration, Familiennachzug, anerkannte Flüchtlinge, subsidiär Schutzberechtigte, Asylbewerber sowie sonstige Aufenthaltstitel).
Darüber hinaus sollte die Statistik einen Vergleich zwischen der Bewerberstruktur und der tatsächlichen Vergabestruktur ermöglichen. Nur auf diese Weise lässt sich nachvollziehen, ob einzelne Bewerbergruppen, gemessen an ihrem Anteil an den Bewerbungen, häufiger oder seltener eine Wohnung erhalten.
Die Datenerhebung soll ausschließlich anonymisiert und in aggregierter Form erfolgen. Rückschlüsse auf einzelne Personen müssen ausgeschlossen sein.
Eine solche Statistik würde Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit eine objektive Grundlage zur Bewertung wohnungspolitischer Maßnahmen bieten und dazu beitragen, gesellschaftliche Debatten auf überprüfbare Tatsachen statt auf Vermutungen zu stützen. Unabhängig vom Ergebnis stärkt Transparenz das Vertrauen in staatliches Handeln und verbessert die parlamentarische Kontrolle.