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Diskussion zur Petition 198637

Inklusion und Teilhabe

Grundlegende Reform der Werkstätten für behinderte Menschen vom 17.04.2026

Diskussionszweig: Mindestlohn und Selbstwirksamkeit

Maranrune | 01.08.2026 - 20:24 (Zuletzt geändert am 02.08.2026 - 09:14 von Maranrune )

Mindestlohn und Selbstwirksamkeit

Anzahl der Antworten: 1

Ich habe dieser Petition zugestimmt und tue dies zu 100%.

Auch ich kenne Leute, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten.

Sie arbeiten im Reifendienst, Fahrradreparatur, in den Büros der Werkstätten, produzieren wunderschöne Holzspielsachen, die dann in der Stadt verkauft werden in sehr schönen Läden. Es gibt zwei solche Läden in der Stadt, in denen man solche produzierten erstklassigen Holzarbeiten unterschiedlichster Art kaufen kann.
Sie arbeiten in den Arbeitsbereichen Metall- und Aluminiumverarbeitung, Schweißen, Textilverarbeitung, Mailingaktionen, Industriemontage und Verpackung, im Gebäudemanagement und Grundstückspflege, in einem Café das ausschließlich diese Menschen beschäftigt und anderen Restaurants etc.

Das Arbeiten dient auch definitiv der Steigerung des Selbstwerts, verbessert das Selbstmanagement, es kann Depression stoppen, zumindest zeitweise, und kann die Selbstwirksamkeit verbessern, so dass das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten sich stabilisiert und das setzt Energie frei wie so mancher von uns auch wissen wird. Man lernt so auch leichter. Dennoch, manche schaffen es tatsächlich, auch im Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Doch das System (Werkstätten - Abhängigkeit von Förderungen - Arbeitgeber) muss geändert werden, weil die Leute auch deswegen darin gefangen sind. Dadurch entsteht ein Teufelskreis für alle Beteiligten. Doch das kann und darf nicht zu Lasten der gesundheitlich behinderten Menschen geschehen. Durch die eigene Arbeit genug Geld zu verdienen, dass man davon leben kann, verdient wenigstens den Mindestlohn. Arbeitgeber bzw. Firmen, die sich das jederzeit leisten können, sollten sich entschließen, jemanden fest einzustellen und auf die geldlichen Förderungen verzichten, die sie dafür bekommen könnten.

Die Motivation steigt, je höher die Selbstwirksamkeit greift und je mehr man überzeugt ist, dass die eigene Arbeit auch entsprechend entlohnt wird. Wird jemand in der Spirale der Abhängigkeit und dadurch wachsenden Hoffnungslosigkeit niemals aus dieser Spirale ausbrechen zu können, belassen, und dieses System ist im Moment einfach so, weil sie nicht für ihre Arbeit so entlohnt werden, eigenständig davon leben zu können, hat diese Hoffnungslosigkeit wegen des nicht Freikommens aus dem System auf ewig eine fatale Wirkung. Demotivation und massive Depression können die Folge sein. Niemand hat das verdient, der sich ehrlich und jeden Tag bemüht und arbeitet. Auch dann, wenn er weniger leisten kann als andere. Das Erleben, für sich selbst sorgen zu können und stolz sein zu können auf sich selbst und auf die eigene Arbeit, fördert zudem die Gesundheit. Jeder will eine gut gemachte Arbeit auch entsprechend entlohnt haben, verdient die notwendige finanzielle Anerkennung, nicht als Almosen, nicht als Bürgergeld, sondern als Mindestlohn bis mindestens zur Existenzminimumsgrenze. Und bei Verlässlichkeit und guter Arbeit sind zusätzliche Lohnerhöhungen auch angebracht. Diese gesundheitlichen Verbesserungen zeigen sich sicherlich in unterschiedlichem Ausmaß, je nachdem woran der einzelne von Grund auf leidet.

Und, die Gesellschaft, Arbeitgeber und jeder von uns kann Menschen unterstützen, auch wenn Menschen aus gesundheitlichen Gründen weniger leisten können als andere. Wir alle kennen das, nicht wahr? Wir waren alle mal Babys und brauchten jede Unterstützung bis wir in das Alter kamen, für uns selbst sorgen zu können. Und jeder von uns kann durch einen Schicksalsschlag oder durch Krankheit in eine ähnliche Situation geraten, wenn das auch niemandem zu wünschen ist. Das sollte man bedenken.

Also ja zur Petition.
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